|
Informationen
über die Luftfeuchtigkeit
Die
Lufttrockenheit in beheizten Räumen
Wenn im Winter die kalte Außenluft mit ihrer verhältnismäßig niedrigen
absoluten Feuchtigkeit im Inneren der Gebäude um 10 - 20°C erwärmt
wird, ohne dass dabei der Luft mehr Feuchtigkeit zugeführt wird, dann muss
notgedrungen die relative Feuchtigkeit erheblich sinken, da ja mit
steigender Temperatur die Differenz zwischen absoluter und maximaler
Feuchtigkeit stark ansteigt. Diese physikalischen Gesetzmäßigkeiten sind
der Hauptgrund der niedrigen, relativen Luftfeuchtigkeit, die man im
Winter in Wohn- und Arbeitsräumen zu finden pflegt. Viele Personen
verstehen diese Gesetzmäßigkeiten nicht und glauben, dass durch
vermehrtes Lüften die Feuchtigkeit in geheizten Räumen erhöht werden könne.
Diese Auffassung ist falsch, denn die Erwärmung der kalten Außenluft im
Inneren von Gebäuden führt immer zu einer erheblichen Abnahme der
relativen Feuchtigkeit, mag diese vorher im Freien noch so hoch gewesen
sein.
Was kostet eine zu geringe Luftfeuchtigkeit ?
Die „Common Cold Foundation" in den Vereinigten Staaten hat
berechnet, dass die Gesamtkosten durch Erkältungskrankheiten pro Jahr für
die USA 5 Milliarden Dollar betragen, wobei die Lohnverluste, der
Produktionsausfall und die ärztlichen Kosten die wichtigsten Anteile
darstellen. Tatsächlich zeigen in den zivilisierten Ländern alle
Krankenstatistiken, dass die Erkältungskrankheiten mit Abstand die häufigsten
Erkrankungen und auch Anlass zu den größten Ausfällen an Arbeitstagen
sind. Die Auswirkung einer zu geringen Luftfeuchtigkeit auf die Gesundheit
Früher glaubte man, dass die Erkältungskrankheiten in erster Linie durch
die Einatmung kalter Luft und die Abkühlung des Körpers verursacht
werden. Mit der Entdeckung von besonderen Viren und Bakterien, die als
Erreger der Erkältungskrankheiten erkannt wurden, hat sich diese
Vorstellung geändert.
Die Abkühlung wird als die Ursache einer Herabsetzung des Widerstandes
betrachtet, die die Voraussetzung für das Wachstum und die Ausbreitung
der Erreger schafft. In neuer Zeit hat sich diese Auffassung insofern noch
geändert, als man weniger die Abkühlung als vielmehr die Trockenheit der
Luft in geheizten Räumen als die wichtigste Ursache von
Widerstandsverlusten gegenüber den Erregern von Erkältungskrankheiten
betrachtet. Diese Ansicht wird heute vor allem von Spezialisten für
Nasen- und Rachenheilkunde vertreten, die in der Heizperiode besonders häufig
charakteristische Austrocknungserscheinungen in den Schleimhäuten der
oberen Luftwege ihrer Patienten beobachten.
Die Austrocknung der Atemwege
Das Innere der Nase, die Atemwege und die Lunge bis in die feinsten
Endorgane (die Alveolen) sind mit Schleimhäuten ausgekleidet, die ständig
einen flüssigen Schleim absondern. Ein Teil dieser Schleimhäute weist
haarartige Fortsätze, das sogenannte Flimmerepithel, auf. Unter dem
Mikroskop betrachtet ist die ständige Bewegung des Flimmerepithels mit
einem wogenden Kornfeld zu vergleichen.
Nase, Rachen und Luftröhre funktionieren wie eine Klimaanlage, indem sie
die eingeatmete Luft reinigen, erwärmen und anfeuchten. Durch die
Wirbelbildungen und die Zentrifugalkraft der eingeatmeten Luft wird ein
großer Teil des Staubes gegen die Schleimhäute geschleudert, von wo er
hernach, durch die Bewegungen des Flimmerepithels mit Schleimmassen
vermengt, abtransportiert wird. Nase und Luftröhre sind somit eine
Filteranlage, die sich fortlaufend selbst reinigt. Die starke Durchblutung
und die dauernde Benetzung der Schleimhäute bringen die Einatmungsluft
auf Körpertemperatur und erhöhen die Feuchtigkeit bis nahe an die Sättigung.
Wird während längerer Zeit Luft mit sehr niedriger relativer
Feuchtigkeit eingeatmet, so kann es in den Schleimhäuten der Atemwege zu
ungünstigen Austrocknungserscheinungen kommen. Die ersten Symptome sind
unangenehme Empfindungen von Trockenheit im Nasen-Rachen-Raum, die sich
bis zu schmerzhaften Reizen steigern können. Vielfach wird das Sprechen
und gelegentlich auch das Schlucken erschwert. Die Trockenheit beeinträchtigt
die Flimmerhaare in ihrer Funktion, der Schleim wird eingedickt und bleibt
als klebrige Masse an den Schleimhäuten haften. Das ganze
Selbstreinigungssystem wird ungenügend, so dass Bakterien ein günstiges Millieau
zur Entwicklung finden. Sie dringen in die ausgetrocknete Schleimhaut
leicht ein und lösen hier die entzündlichen Erscheinungen aus, welche
alle Arten von Erkältungskrankheiten begleiten. So erklärt man sich die
erhöhte Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten, die infolge der
Lufttrockenheit während der Heizperiode aufzutreten pflegten. Auf diesen
Zusammenhang weisen zahlreiche Ärzte hin und fordern als Präventivmaßnahme
eine erhöhte Feuchtigkeit der Raumluft in Schulen, Büros und Wohnungen während
der Heizperiode von min. 40% r.F.. Befeuchtung im privaten Bereich
Richtwerte für die optimale Raumfeuchte zur Erreichung des
Behaglichkeitsgefühls
22°C Raumtemperatur 40% r.F.
20°C Raumtemperatur 50% r.F.
|